Kürzer treten fällt mir schwer!

Es gibt diese Art von Ideen, bei denen ich schon vorher weiß, daß sie nicht gut sind, weil sie mir nicht gut tun. Trotzdem setze ich sie blöderweise oft genug um.

Diese Ideen haben alle gemeinsam, daß ich mich dabei überfordere. Meistens war oder ist der Grund dafür, es allen recht machen zu wollen bzw. alles richtig, ordentlich, perfekt machen zu wollen. Das endet dann selten gut, nämlich in totaler Erschöpfung, daraus resultierender mieser Laune bis hin zu aggressivem Verhalten und dem Verleugnen der eigenen Bedürfnisse.

Einige Beispiele: Früher, als ich noch keinen Freund hatte und erst kürzlich von Graz nach Wien gezogen war, fuhr ich oft am Ende der Arbeitswoche noch nach Hause. Das bedeutete: Von der Arbeit direkt zum Bahnhof, dann drei Stunden unterwegs und dann meistens noch ein Treffen mit FreundInnen. Am Samstag dann Zeit mit der Familie, noch mehr Verabredungen und am Sonntag Abend spät nach Hause. Gerade noch kurz Zeit zum Duschen und Wäsche machen, und am Montag wieder ins Büro. Was fällt auf? Keine Zeit für mich. Zum Ausruhen, Reflektieren, um Dinge zu tun, die MIR Freude machen. Ich war nur bestrebt darin, niemanden in meiner Familie (und vor allem meinen Vater) und in meinem Freundeskreis vor den Kopf zu stoßen.

Ein weiteres Beispiel: Mein (damals noch) Freund und ich verbrachten ein Wochenende mit FreundInnen am Neusiedler See. Das war sehr anstrengend für mich, da ich die Leute nicht gut kannte und ich mir in Gruppen sehr, sehr schwer tue. Ich fühle mich unwohl, ich mag nicht reden weil ich Angst habe, man hält mich für dumm. Am selben Wochenende hatte eine meiner Freundinnen Geburtstag und hatte uns zu sich nach Hause eingeladen. Anstatt abzusagen bzw. zu verschieben, nahm ich die Einladung pflichtschuldig an und wir fuhren nach dem langen, anstrengenden Wochenende noch am Abend eine Stunde hin und zurück. Hat es sich ausgezahlt? Nein. Ich war müde und maulfaul und tendenziell grantig, weil ich mich einfach mal wieder überfordert hatte.

Die Einsicht, was ich mir zumuten kann und was nicht, kam sehr spät und ich lerne gerade heute mit zwei kleinen Kindern jeden Tag dazu! Man darf das bitte nicht mit Faulheit verwechseln, denn das bin ich nicht. Aber ich BRAUCHE Ruhepausen. Ich bin auch jemand, der gerne allein ist und die Stille mag, und ich BRAUCHE das auch. Oft lasse ich mich so von meinem Umfeld und den Umständen beherrschen, daß ich kraftlos wie eine Nussschale in der stürmischen See gebeutelt werde … und schließlich untergehe. So wie momentan. Totale Erschöpfung.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Ich bin leider sehr wenig gefestigt, kann mich nur schwer abgrenzen (Was sind meine Bedürfnisse und meine Gefühle, und was sind die der anderen?), habe eher wenig Selbstbewusstsein und tue mir daher sehr schwer, die Dinge so zu definieren und in Folge auch so durchzuziehen, wie sie für mich wichtig und gut wären. Ich lasse mich zu sehr von den Dingen, Gegebenheiten und Meinungen um mich herum beherrschen (wie auch hier beschrieben), anstatt darauf zu achten ob meine Ressourcen gerade ausreichen.

Ein interessanter Aspekt dabei ist, daß mein Großer hochsensibel ist bzw. Eigenschaften einer hochsensiblen Persönlichkeit aufweist. Das ist erblich, und je mehr ich darüber lese, desto mehr wird mir klar, daß er das von mir haben muss. Ich war immer schon “anders” als die meisten, habe mich als Außenseiter gefühlt, egal in welcher Gruppe, konnte mich nur schwer distanzieren, z.B. wenn sich meine Eltern mal wieder lauthals stritten. Rückblickend waren diese Streitigkeiten wenig dramatisch und meine Eltern waren bis zum Tod meine Vaters vierzig Jahre glücklich zusammen. Die Aggressivität und die Lautstärke dieser Auseinandersetzungen machten mir jedoch als Kind und auch noch als Jugendliche schwer zu schaffen. Daran muss ich heute oft denken, wenn sich der Große die Ohren zuhält weil ihm etwas eigentlich nicht sehr Lautes zu laut ist. Ebenso litt ich als Jugendliche in unserer Wohnung sehr, weil es für mich keinen Rückzugsort gab. Ich hatte zwar ein eigenes Zimmer, aber es lag zwischen elterlichem Schlafzimmer und Küche, es war ein Durchgangszimmer und es war praktisch NIE still. In der Nacht schnarchte mein Vater, in der Früh redeten meine Eltern laut miteinander. Mein Vater war ein entsetzlich unruhiger, nervöser und lauter Mensch und so stand ich quasi bis zu meinem Auszug fast ständig unter Strom. Wirklich. Erst als ich in eine WG zog, mit einer Tür, welche ich hinter mir schließen konnte, ging es mir besser. Ich verlor auch deutlich an Gewicht und fühlte mich rundherum wohler.

Ich war ehrlich erstaunt darüber, daß mein Mann in einem winzigen Zimmer aufwuchs, direkt daneben sein Bruder (auch in einem winzigen Zimmer), direkt danben das familiäre Wohnzimmer. Und es machte ihm nichts aus. Unvorstellbar für mich.

Warum schreibe ich das alles? Naja, ich hatte mir ja vorgenommen, etwas kürzer zu treten, die Dinge mit mehr Ruhe anzugehen (wie in diesem Eintrag beschrieben). Aber heute war ich im Keller, und ertappte mich dabei wie ich eine meiner “speziellen” Ideen entwickle, als ich darüber nachdachte meine Schwiegereltern zu kontaktieren und sie zu bitten, am Freitag Vormittag auf das Baby aufzupassen damit ich den Keller aufräumen kann. Dabei hole ich den Großen ja am Freitag früher ab und wir besuchen eine Freundin. Aber diese Unternehmungen, so wichtig und lustig sie auch sind, sind ebenso anstrengend, auch körperlich. Ich habe den Kinderwagen, das Baby, diverse Dinge wie Wickeltasche, Mitbringsel. Dann müssen wir alle rein in den Bus, raus aus dem Bus, wieder rein in einen anderen Bus. Buggyboard rauf, Buggyboard runter, dabei tausend Fragen vom Großen beantworten und darauf hoffen, daß der Kleine schläft und nicht quengelt.

Ja, so sieht mein Alltag oft aus.

Gestern Abend bin ich sogar mit dem Baby eingeschlafen. Um halb 8 waren wir beide im Tiefschlaf, nachdem ich (wir, das Baby und ich) untertags den Großen in den Kindergarten gebracht, die Katze mit dem Auto vom Tierarzt geholt (Autofahren ist für mich eine zusätzliche Belastung), den Großen wieder abgeholt und zum Zahnarzt gebracht und am Abend gebadet haben … Zum Glück habe ich den liebsten Mann der Welt. Er hat mich schlafen lassen.

Allein daran sieht man, wie fertig ich eigentlich bin und daß ich den Keller fürs Erste wirklich einfach Keller lassen sollte …

Ein letztes Beispiel aus dem Alltag: Der Müll ist voll. Anstatt mir zu sagen: “Ach, den bringe ich morgen weg oder mein Mann nimmt ihn mit!”, nehme ich um 8 Uhr abends noch meine Jacke und schleppe mich zum Müllplatz, um ihn wegzubringen. Warum tue ich das? Ich habe ein hohes Pflichtbewusstsein. Als Mutter möchte ich meinen Kindern ein Vorbild sein und ihnen vorleben, wie man meiner Meinung nach mit Dingen und Lebewesen gut umgeht. Ich bin außerdem ein unglaublich ungeduldiger Mensch. Und ich mag es, wenn abends “alles” erledigt ist.

Daß es einen Punkt gibt, an dem “alles erledigt” ist, ist in Wahrheit natürlich ein Trugschluss. Die Liste der zu erledigenden Aufgaben endet einfach NIE. Vor allem nicht mit Kindern im Haus, aber auch so nicht. Es liegt an einem selbst, zu priorisieren womit man das eigene Leben verbringen möchte. So richtig bewusst geworden ist mir das, als mein Großer so lange krank war. Dankenswerterweise kamen oft meine Schwiegereltern vorbei um das Baby zu bespaßen und mit ihm spazieren zu gehen. Sobald sie da waren, startete ich sofort los um mich um den Haushalt zu kümmern. Mein Großer lag derweilen einsam auf der Couch und guckte Netflix. Warum bitte, fragte ich mich irgendwann, kann ich ohne mit der Wimper zu zucken zu meinem kranken Kind sagen: “Du musst warten, ich muss Hausarbeit machen.”, aber warum kann ich nicht sagen:” Haushalt, Du musst warten, ich muss mich um mein krankes Kind kümmern?”.

Ich habe seitdem damit begonnen, auch die Punkte “mit meinen Kinder spielen”, “die Katzen streicheln” und “Selbstfürsorge” auf meine To-Do-Liste zu schreiben. Ernsthaft. Mein Leben besteht nicht nur daraus, mich um Haus und Garten zu kümmern. Es gibt so viele Aspekte, und sie auf die To Do Liste zu setzen, hilft, das abzubilden. Auch meine Partnerschaft sollte es auf die To Do Liste schaffen. Mal wieder einen gemütlichen Film-Abend mit meinem Mann, statt den abends noch den Müll wegbringen und den Keller aufräumen. Das wärs 🙂

Kann ich es mir bitte jetzt mal leicht machen?

Die letzten vier Jahre meines, unseres, Lebens waren verrückt. Also eigentlich nicht. Sie waren vermutlich ganz normal für eine kleine Jungfamilie, wie wir es sind. Aber vor allem waren sie eines: anstrengend.

Ich spüre, daß ich jetzt an einem Punkt angelangt bin, an dem (s)ich etwas ändern muss. Ich kann so nicht weitermachen. Ich bin absolut und total erschöpft. Ich fühle mich überfordert. Ich bin die meiste Zeit gestresst, unausgeglichen, ungeduldig und aggressiv. Ich spüre mich nicht mehr. Das Essen schmeckt nicht mehr. Ich kann hungrig von satt nicht unterscheiden. Ich habe das Gefühl, keinen klaren Gedanken mehr fassen zu können. Ich weine beim Aufräumen.

Das ist nicht gut und es frustriert mich zutiefst. Ich bin eigentlich ein sehr motivierter, fleißiger Mensch, der gerne Dinge angeht, erledigt, plant, unternimmt. Momentan schaffe ich es nicht einmal, jeden Abend zu duschen. Schlafen ist wichtiger.

Was ist nun alles passiert in den letzten Jahren?

Ich habe lange Zeit in einer Bibliothek gearbeitet. Ich habe dort bis zu meiner Karenz im Herbst 2015 sehr gerne gearbeitet und war auch der festen Überzeugung, ich würde nach der Karenz dorthin zurückkehren. Es kam dann aber anders, und ich habe gekündigt.

Im November 2015 kam der Große auf die Welt. Es war eine schwere Geburt, er war ein anspruchsvolles Baby. Viel, viel Stillen, viel Körperkontakt, jeden Abend Geschrei. Ich bekam eine Depression, es ging mir ein bisschen wie heute, aber ich machte eine Therapie und es ging mir besser.

Im Sommer 2016 wurde der Große operiert. Vielleicht war es keine große Sache aus medizinischer Sicht, aber für uns war es ein einschneidendes Erlebnis. Das Kind in Vollnarkose in fremde Hände legen zu müssen war hart. Aber alles ist gut ausgegangen.

Im Oktober 2016 heirateten wir. Das war für mich eine Zäsur, in gewisser Weise auch ein Abschiedsfest von meinen Freunden und Freundinnen in meiner Heimatstadt, die ich seither immer an die zweite Stelle setze. Weil ich es muss.

Im Jahr darauf bauten wir eine Terrasse in unserem Garten, und mussten unser Wohnzimmer ungeplanterweise ausräumen und ausmalen, weil wir hinter den Schränken Schimmel fanden. Im selben Sommer fand mein Mann heraus, daß er an diversen Nahrungsmittelunverträglichleiten litt. Ein großer Einschnitt für ihn, eine Belastung im Familienalltag.

Im Juli starb meine Freundin S. an Multipler Sklerose.

Im Herbst kam der Große in den Kindergarten und die gesundheitlichen Probleme begannen. Zu Beginn stand ein Krankenhausaufenthalt nach einem Fieberkrampf, danach folgten viele viele Mandelentzündungen … Diese Phase des ständigen Krankeins, des Sich-Sorgens, Sich-Kümmerns zog sich bis in den März.

Im Winter wurde ich erneut schwanger.

Der Frühling und vor allem der Sommer waren herausfordernd. Ich war schwanger und wenig belastbar, mir tat alles weh. Dann wurde mein Vater schwer krank und starb völlig überraschend zwei Wochen vor der Geburt des Kleinen. Ich weiß noch, wie ich beim CTG-Schreiben im Krankenhaus lag und die Hebamme vollheulte weil mein Papa gleichzeitig in einer anderen Stadt in einem anderen Krankenhaus im Sterben lag.

Ende Juli kam der Kleine. Es begann eine intensive Zeit und ich erinnere mich an das meiste nicht. Die Zeit verflog … Das Kindergartenjahr begann im September, der Alltag hatte uns wieder. Wieder ging es los mit den Krankheiten. Bronchitis bei allen, Streptokokken-Angina … Und meinen Mann erwischte es besonders schlimm. Er bekam aus unbekannter Ursache juckenden Nesselausschlag am ganzen Körper. Einmal im Herbst und dann wieder im Jänner. Wir riefen in einer Woche im Jänner jede Nacht den Arzt oder die Rettung, weil sein Gesicht anschwoll. Zum Glück scheint der Nesselausschlag jetzt Geschichte zu sein.

Parallel dazu sind unsrer Katzen seit Anfang 2018 Nierenpatienten (eine Katze war es davor schon jahrelang) und müssen jede Woche zur Infusion zum Tierarzt gebracht werden. Wir schaffen es manchmal nur jede zweite Woche, aber es geht nicht anders.

Neben diesen ganzen großen und kleinen Projekten und Ereignissen fand natürlich das ganz normale Alltagsleben statt. Aus dem Baby wurde ein Kleinkind und dann ein großer Bruder. Viele Entwicklungsschritte passierten. Wir erlebten viel Schönes miteinander, wuchsen als Familie zusammen. Mein Freund und ich wurden zu Mann und Frau, wurden zu Mama und Papa, wuchsen in unsere Rollen hinein. Wir meisterten viele Hindernisse, wir stritten uns, wir versöhnten uns. Viele Freundschaften gingen in die Brüche, neue wurden geknüpft. So ist das.

Dazwischen versuchte ich auch immer wieder, meinem Leben eine Richtung abseits des Mutterseins zu geben. Ich versuchte, möglichst ökologisch zu leben. Weniger Müll zu machen. Weniger zu kaufen. Ich wollte Programmieren lernen. Ich wollte Nähen lernen. Ich wollte mehr kochen, besser essen. Ich wollte meine Kinder erziehen ohne laut zu werden. Ich bin in allen Punkten gescheitert.

Und jetzt liege ich hier mit Kind 2 und frage mich wie es weitergeht. Ich bin noch ein Jahr und zwei Monate in Karenz.

Wie nutze ich diese Zeit am besten? Wo will ich dann arbeiten? Will ich dann schon arbeiten? Werde ich das schaffen? Wie wird es meiner Familie damit gehen?

Ich bin ratlos und rastlos und diese Fragen liegen schwer auf meiner Seele. Ich lese nach wie vor so viele Artikel in Zeitungen und Blogs und kann mich nicht abgrenzen. Fühle mich von allen Seiten unter Druck gesetzt. Ich bin so müde.

Ich möchte jetzt die Welt bitte mal nicht retten. Es muss jetzt nicht alles perfekt sein. Ich brauch eine Pause bitte, von den großen Erwartungen von anderen und an mich selbst. Ich möchte mir selber etwas Zeit geben, etwas Raum geben, nur Überleben. Essen, schlafen, ein wenig Sauberkeit und Ordnung, mehr geht jetzt einfach nicht.

Wenn ich wieder klar sehen, wieder lachen kann, morgens wieder unbeschwert aufstehe, beschwingt durch den Alltag gehe. Dann sehen wir weiter.

Immer diese Prospekte!

Es ist aber auch wirklich, wirklich schwierig, sich beim Kaufen zusammenzureißen. Seufz.

Gestern war ein Packen frühlings-frischer, fröhlich-bunter Webeprospekte in der Post. Einige davon habe ich heute Früh mit meinem Großen durchgesehen und schwups, entstanden viele neue (und alte) Wünsche bei ihm. Und auch bei mir. Wir wollten schon letztes Jahr ein Gartenhaus besorgen, damit unsere Kinder auch im Garten “etwas zum Spielen” haben. Aber irgendwie wurde nix daraus, denn erstens wollten wir eines aus Holz und die sind teuer, und zweitens fehlte uns einfach die Zeit eines auszusuchen. Und irgendwie, glaube ich, waren wir nicht so ganz überzeugt von der Idee, unseren Garten vollzu”ramschen”. Dazu muss man wissen, daß unser Garten nicht groß ist und wir eigentlich nicht so richtig Platz haben für so ein Haus.

Und es stellt sich auch die Frage, ob ich nicht wieder eine völlig überzogene Heilserwartung an so ein Haus/Klettergerüst/Rutsche/was auch immer habe. Die Wahrheit ist doch, daß man viele Spielsachen einfach für sich selbst kauft, in der Hoffnung, die Kinder beschäftigen sich damit und man selbst kann ungestört Kaffee trinken/Gartenarbeit machen/vor sich hin dösen. Leider es ist ebenso die Wahrheit, daß das meistens nicht funktioniert, weil die Kinder nicht alleine spielen wollen/dauernd etwas brauchen/lieber bei der Gartenarbeit helfen wollen. Tja.

Ich war heute also bereits auf Willhaben ganz wild auf der Suche nach o.a. Objekten der Begierde, habe mich dann aber eines Besseren besonnen, denn ich möchte mir erst im Klaren darüber sein, ob ich wirklich so etwas Großes möchte bzw. ob Kinder wirklich so viel Kram brauchen, oder ob nicht ein Garten als solcher reicht.

Als ich ein Kind war, waren wir oft bei meinen Großeltern in Kärnten. Dort gab es einen großen Garten, mit Komposthaufen und Obstbäumen. Das einzige Spielgerät im eigentlichen Sinne war eine wackelige Schaukel, die mir mein (damals schon etwas wackeliger) Opa gebaut hatte. Abgesehen davon vertrieb ich mir meine Zeit mit:

  • Am Boden liegend Ameisen beobachten
  • In der Erde nach Insekten buddeln
  • Im Misthaufen stochern
  • Auf den alten Apfelbaum klettern.

Ich habe das alles in wirklich schöner (eventuell verklärter? Man muss ja realistisch bleiben) Erinnerung. Aber verklärt oder nicht, ich wünsche mir auch für meine Kinder diesen ungezwungenen Zugang zur Natur und die Möglichkeit, einfach nur zu “sein” und nicht ständig mit irgendwas aus Plastik zu hantieren.

Ich werde deshalb noch abwarten mit den großen Anschaffungen und sehen, wie sich der Frühling anlässt. Falls uns alle die Langeweile in den Wahnsinn treibt, kann ich ja immer noch beim Toy’s’rus einkehren und einen Notfalls-Kauf machen 😉

Übers Kinderhaben

Letztens ist es mir eingeschossen, einfach so. Als ich meinem Dreijährigen zum dritten Mal an diesem Morgen nachgelaufen bin wegen des Zähneputzens, weil ich immer wieder vergessen habe und so müde war ich auch, aber ich hab es durchgezogen. Genauso wie das Baby zu baden. Gleiche Geschichte. Ich bin abends tot nach einem Tag mit den beiden Kleinen. Erledigt. Aber ich raffe mich auf und bade das Baby. Pflege es. Creme es am Köpfchen ein, wo die Haut immer austrocknet. Massiere ein bisschen die kleinen Füßchen. Und wenn das Baby schläft und ich und mein Mann endlich die (gottverdammte) Hausarbeit erledigt haben, dann dusche ich mich selbst noch. Wegen des Babys, nicht wegen mir. Damit das Baby in der Nacht einen sauberen Busen vorfindet, an dem es sich festnuckeln kann. Danach bereite ich vielleicht noch eine Maschine Wäsche vor, damit ich in der Früh gleich waschen kann. Damit meine Kinder saubere Sachen haben, in denen sie sich wohlfühlen können. Und auch sauber angezogene Eltern.

Kinder haben hat für mich nix mit diesen lauten, hysterischen, überzeichneten Artikeln zu tun, die man oft findet, über Geburstagsparties und Kindergartenfeste, und auch nicht damit, meinem Kind ein spielzeugreduziertes Kinderzimmer zu bieten und Montessoripädagogik und auch nicht damit, dauernd etwas Besonderes zu unternehmen weil das Kind sonst augenblicklich körperlich und intellektuell verkümmert. Es geht auch nicht darum, immer lustig und verständnisvoll zu sein. Oder ums Geschenke machen. Nein. Die Liebe zu den Kindern tritt in den tausenden kleinen Momenten des Alltags zu Tage. Im Sich-kümmern: Unermüdlich Zähneputzen, Nasen putzen, Schals und Hauben richten, damit das Kind es warm hat … Immer wieder das Babyspielzeug aufheben und zum Weiterspielen reichen … 16 Mal das gleiche Gemüse anbieten und es immer wieder wegwerfen, weil es wieder nicht geschmeckt hat. Immer wieder ermahnen (für gute Manieren, die das Kind weiterbringen), Nein sagen und die Wut aushalten, Sachen erklären, Warum-Fragen beantworten und auch selbst Fragen stellen:”Wie geht es Dir heute? Was möchtest Du essen? Wie war es im Kindergarten?” – und die Antworten ernst nehmen. Immer wieder überreden zu den Dingen, die gut wären, auch wenn sich einem großer, frustrierender Widerwille entgegenstellt (Waldspaziergänge, Ausflüge, … “Nein, ich will mich nicht anziehen! Ich will zu Hause bleiben!” … Halbwegs gesunde Ernährung: “Komm, iß bitte noch drei Löffel Reis und ein Stück Karotte, dann bekommst Du ein Stück Schokolade.” “Ich will aber NUR Schokoladeeee!”). Immer wieder Wäsche waschen, Schuhe putzen, jeden Abend die gleichen Bücher vorlesen und liegen bleiben, bis das Kind eingeschlafen ist.

Es gibt genügend Tage, an denen man die Kinder zum Mond schießen könnte. Das Baby motzt die ganze Zeit, der Große trotzt, schreit “Nein!”, folgt nicht, verwandelt das ganze Haus in ein Chaos und man ist einfach nur froh, wenn die kleinen Monster endlich schlafen.

Und trotz allem schaut man in der Nacht, ob die Decke verrutscht ist und bedeckt die eisigen Füßchen. Am nächsten Morgen begrüßt man sie trotz allem mit dem freundlichsten “Guten Morgen!” und schmiert Marmeladebrote und kocht Früchtetee und bereitet den Morgenbrei für das Baby.

Und wenn man etwas schon tausend Mal gesagt hat, sagt man es eben noch einmal: “Füße vom Tisch!”, ” Nicht blödeln beim Essen!”, “Bitte sprich nicht mit vollem Mund!”. Und ja, es nervt. Es nervt tierisch, und man bleibt nicht immer freundlich. Aber man bleibt dran. Man gibt nicht auf, man bemüht sich weiter, so lange bis es einem gelungen ist, wieder eine Kleinigkeit zur Weiterentwicklung des kleinen Menschleins beizutragen, das da so selbstverständlich bei einem am Tisch sitzt.

Dieses stetige Bemühen um etwas, das Dranbleiben, das nicht-faul-werden-und-den-Hut-draufhauen, das ist das Schwierige, das ist die Herausforderung, das ist für mich der Inbegriff der Liebe zu meinen Kindern.

Was ich gekauft habe …*

(* Abgesehen von Lebensmitteln und Haushaltswaren, die ausgegangen sind!)

  • Swiffer Bodentücher
  • Feuchte Laminat-Tücher (Baby lernt essen … Muss ich mehr sagen?)
  • Stilleinlagen (die waschbaren verrutschen immer in den Still-Tops)
  • Abendbrei und Nachmittagsbrei im Gläschen – wir haben immer SO viel schmutziges Geschirr, und so sparen wir uns ein bisschen was und werfen auch nicht so viel weg wie beim selbstgekochten Brei. Er isst ja doch nur ein paar Hapse und der Rest kommt in den Müll.
  • Erdbeeren und Himbeeren aus Spanien
  • Fertigen Schokopudding aus dem Supermarkt
  • Schokolade
  • Badreiniger (wollte ich selbermachen)
  • Neue Still-BHs
  • Neue Badetiere (die alten waren schimmlig und ich mag nicht, daß das Baby diese in den Mund nimmt)
  • Frühjahrschuhe für den Großen (2 Paar), Patschen für den Kindergarten, Schlapfen für den Garten, Turnpatschen und eine Packung Socken
  • Zwei Paar Schlapfen für Gäste
  • Ein Bagger für den Großen für die Sandkiste
  • Das neue Bobo-Siebenschläfer-Buch habe ich mir nun von den Großeltern zu Ostern gewünscht. Aber die haben auch gefragt was sie besorgen dürfen …
  • Die App ‘Journey’ – einfach grandios. So eine App hatte ich schon ewig gesucht und ich bin schwer begeistert davon. Da ich dir Inhalte absichern wollte (Tagebucheinträge und Fotos), habe ich mir die Vollversion gekauft, denn nur mit dieser werden die Inhalte in der Cloud gesichert.
  • Ein Freundebuch für meinen Sohn. Das ist kein Spielzeug in dem Sinn, sondern etwas Langlebiges und Sinnvolles. Und teuer war es auch nicht. (Wobei, dieses Argument trifft auf die meisten Dinge heutzutage zu!)

Was ich alles kaufen wollte …

“Kauf-Ideen” in meiner Fastenzeit, die ich NICHT umgesetzt habe:

Samstag, 08.03. (noch 44 Tage):

Ein Osterbastelset – Wir können aus den vorhandenen Bastelsachen genauso gut Hasen basteln.

Donnerstag, 07.03. (noch 46 Tage):

Neue Still-BHs – die alten sind ausgeleiert und die hellen Modelle sind verfärbt. Aber ist das ein Grund, sie sofort auszutauschen? Anziehen kann man sie ja noch …

Noch mehr Tonie-Wünsche … Mama, bleib hart!

Noch mehr Baby-Spielzeug …. S.o.

Samstag, 02.03. (noch 51 Tage):

Neue Tonie-Figuren für meinen Sohn. Momentan hört er wieder eifrig Musik und Hörbücher auf der Toniebox und da war ich gleich Feuer und Flamme, ihm neue zu bestellen. Ich hatte sie schon im Warenkorb … Natürlich gleich mehrere, … “Er kriegt ja eh nicht alle auf einmal …”. Dabei hat er erste GESTERN einen neuen bekommen (von meinem Mann). Zum Glück hab ich mich eines Besseren besonnen und hab es gelassen. Natürlich nicht ohne vorher noch zu checken, ob es nicht vielleicht einen günstigen gebraucht zu erstehen gibt. Oh Mann.

Man tut ihm doch nix Gutes wenn man ihn so verwöhnt. Wenn er zu Ostern einen bekommt, ist das früh genug und das allerbeste wäre sowieso, daß er sich den nächsten selbst aussucht. Wir haben nämlich schon den einen oder anderen ” Ladenhüter” daheim, weil ihm die Figur nicht gefällt oder etwas Unheimliches in der Geschichte vorkommt.

Donnerstag, 28.02. (noch 53 Tage):

Eine App – da neige ich oft zu übereilten Entscheidungen. Diese kosten nicht viel, aber es MUSS nicht sein. Aber dieses Mal nicht. Zuerst testen und nach Ostern kaufen. Nein sorry, bin schwach geworden. Sie ist einfach ZU toll.

Ein Eisenmangeltest aus der Drogerie (weil ich so blass bin)

Das neue Bobo Siebenschläfer Buch – obwohl meinem Sohn auch das letzte nur mäßig gefallen hat. Überlege bereits Workarounds …von den Großeltern zu Ostern schenken etc. Muss mir vor Augen halten daß diese Sachen teuer sind (Hardcover!) und Platz brauchen und wenn meine Kinder aus dem Alter raus sind, was mache ich dann damit?

Eine neue Einlage für den Kinderwagen

Mittwoch, 27.02. (noch 54 Tage):

Frühjahrsschuhe für den Großen – aber zuerst mal die vom Herbst probieren! Und wenn kaufen, nur EIN Paar!!

Ein leichter Schal und eine mitteldicke Haube für den Großen …- hat er beides, aber ich bilde mir ein – und das hab ich von meiner Mutter – man braucht irgendwie alles doppelt und zum Wechseln. Aber das stimmt nur bedingt. Wenn er etwas davon verliert, OK. Aber ganz ehrlich … Das Kind hat so viel Gewand, v.a. T-Shirts. Das hätte es letztes Jahr nicht gebraucht, heuer habe ich mich an die “Eins pro Tag plus eins” Regel gehalten, und der Kasten geht nicht über. Genauso bei Pullis. Aber die passen zum Glück lange … Ich hab das echt so aus meiner Kindheit “drinnen”: Zu Schulbeginn/Saisonbeginn geht man einkaufen … Aber nun warte ich eher drauf, wann er wieder einen Wachstumsschub macht. Einziger Trost ob der T-Shirt-Massen: Der kleine Bruder wird es schon gut brauchen können, das viele Zeugs 🙂

Dienstag

Ein Rubbellos (weil ich einen Aufsteller gesehen habe und deprimiert war weil ich nun auch noch Ohrenschmerzen bekommen hatte)

Eine Zeitschrift für meine Mama (weil ich dankbar war, daß sie gekommen ist und mich gepflegt und mein Baby versorgt hat, als ich krank war)

Als ich Samstags krank war …

Neuen Kuschel-Polster für den Großen, da der den er hat alt, schludrig und vermutlich virenverseucht ist.

Neuen Überzug für besagten Polster – wollte sofort die Website von Ikea aufrufen und beginnen zu scrollen. Oder dann auf Shpock oder Willhaben etwas Gebrauchtes erwerben. Gebraucht ist doch ok, oder? (Meine Lieblingsausrede). Könnten dann auch gleich neue Stuhlhussen bestellen, die alten sind schon so zerfetzt … Und Eisformen endlich auch, damit ich für meine Kinder endlich selbst gesundes Eis machen kann. Ganz wichtig, machen nämlich alle Mom-Blogger. Ich meine, welches Kind liebt nicht Kokoswasser-Chiasamen-Eislutscher?!

Aber warum nicht neuen Polsterüberzug selber nähen mit kürzlich erworbener Mini-Nähmaschiene (brauchte ich UNBEDINGT) und gesammelten Stoffresten.

Weil ich verdammt noch mal keine Zeit habe!!! Könnte aber einfach vorhandenen Überzug nehmen.

Neue Putzlappen – Habe heute einen weggeworfen, da er gestunken hat und hatte sofort den Gedanken, wir brauchen neue, hochwertige Lappen. Ist doch OK, Hochwertiges zu kaufen, oder? Oder? Oder?

Könnte mir aber auch einfach selber Putzlappen mit neuer Mini-Nähmaschiene …Ach, vergiss es.

Ob es wohl gebrauchte Putzlappen gibt?!

So viele Meinungen! Hier kommt meine!

Ich muss sagen, seit ich zwei kleine Kinder habe, bin ich ein echter Internet-Junkie geworden. Dies ist selbstredend nicht die Schuld der Kinder, aber gewisse Faktoren führten und führen bei mir dazu, daß ich tageweise doch einige Stunden mit meinem Smartphone verbringe.

Das sind z.B. Zeiten, in denen ich im Bett liegend stille. Bis das Baby eingeschlafen ist, daddel ich am Smartphone. Dann in den Zeiten untertags, wenn das Baby schläft (Hallo Couch! Endlich Nachrichten beantworten! Und was gibts Neues auf der Welt …?). Oder wenn das Baby wach, mir aber langweilig ist weil es nur von links nach rechts rollt und am Beißring kaut, oder wenn ich neben den schlafenden Baby liege … Ja, da kommt was zusammen, nüscht.

(Und an ganz fiesen Tagen, wenn die Kinder durchknallen, nur geraunzt wird und nix klappt, dann flüchte ich mich in die schöne Welt des Konsums und kann massig Geld lassen beim Online-Shopping. Aber darum soll es heute nicht gehen.)

Heute möchte ich mal reflektieren und kreieren, statt immer nur zu rezipieren (schnarch schnarch Uni-Sprech), also selber mal was schreiben statt immer nur zu lesen. Das tue ich nämlich viel zu selten.

Ja, aber was ist am Lesen denn schlecht, kann man naiv fragen. Na nix prinzipiell, aber es kommt natürlich drauf an, was man liest und was man damit macht. Ich z.B. beginne meine “Sitzungen” gerne mit News-Seiten. Zuerst die mit den kurz gehaltenen News (ORF.at) dann die mit den längeren Artikeln und Lifestyle-News (Kurier.at – Wahnsinn, Heidi und Tom schon wieder halbnackt auf Instagram?), mit Kommentaren und Dossiers und laaaangen Reportagen (derstandard.at, Zeit.de). Dann lese ich Blogs zu verschiedenen Themen, dann Brigitte.de (Jetzt aber bitte nicht die Augen verdrehen, ist wohl ein Laster aber es gibt Schlimmere ;-))

Und wenn es ganz schlimm hergeht, dann bleibe ich in irgendwelchen Foren zum Thema Kinder und Gesundheit hängen. Und da heißt es eigentlich nur noch: Lauf! Da gibt es nix außer Fehlinformation, Häme, Gezänke und beeunruhigende Geschichten von Eltern, die offensichtlich nicht ganz bei Trost sind (“Hallo, mein Kind hat 40 Grad Fieber. Meint Ihr, ich soll mit ihm JETZT zum Arzt?” ist noch ein harmloses Beispiel).

Ja, und irgendwann kann ich das Handy nicht mehr weglegen, muss einfach weiterlesen und weiterscrollen und weiterlesen … Bis zur totalen Erschöpfung und Reizüberflutung (Gibt es den Ausdruck binge reading? Drängt sich mir hier gerade auf.)

Ich kann oftmals gar nicht sagen, warum ich diese Artikel alle lese, in erster Linie bei diesem unsäglichen Clickbait-Müll, aber auch bei Reportagen in der Zeit (Warum alles zu spät ist und die Eisbären verhungern, In Hamburg gibt es jetzt 56 neue Fahrradstreifen, wir waren vor Ort, Wer war Karl Lagerfeld wirklich usw. usf.). Interesse? Manchmal ja, aber meistens nicht. (Kein Mensch hat mich jemals über Karl Lagerfeld reden hören, ich war nie in Paris, ich kenn den nicht, haha Insider, hallo Heidi!, und ich wohne nicht in Hamburg, was interessieren mich deren Fahrradstreifen in meiner spärlich gesäten Freizeit.)

Das klingt jetzt vielleicht nicht so, aber dieser nicht gerade bescheidene Medienkonsum ist schlimm für mich. Und nicht nur in dem Moment, wo er mein Hirn matschig macht und mir meine Zeit stiehlt. Sondern das alles arbeitet in mir und beeinflusst meine Art zu denken.

Na bumm, werden jetzt die selbstreflektierten und bereits erleuchteten MedienkonsumentInnen unter Euch sagen. Jaja, schon klar, die große Offenbarung ist das nicht. Aber ich frage mich mittlerweile:

Was macht das alles mit mir?

Als besonders hinterfotziges Phänomen stellte sich dabei heraus, daß ich mich in meinen Meinungen und meiner Selbstwahrnehmung zeitweilig stark beeinflussen lasse. Da gibt es z.B. diesen Blog eines Kinderarztes, den ich wirklich gern lese, weil ich dessen Autor als absolut integeren, sehr gescheiten Menschen mit einem guten Sinn für Humor wahrnehme. Er beschreibt auf seinem Blog unter anderem gewisse Verhaltensweisen von Eltern, die er nicht gut findet. Und ich ertappe mich nun oft dabei, wie ich mein Verhalten meinen Kindern gegenüber dahingehend abwäge was dieser Blogger wohl dazu sagen würde. Das ist sehr bedenklich und beängstigend, denn: Ich kenne diesen Mann nicht persönlich. Er hat nichts mit meinem realen Leben zu tun. Vielleicht ist er gar kein Kinderarzt? Und an ihm orientiere ich mich jetzt im Umgang mit meinen Kindern????

Vielleicht bin ich bloß ein leicht zu beeinflussender, schwacher Mensch? Erstens glaub ich das nicht, zweitens frage ich mich wie es dann Leuten geht, die bedeutend weniger gefestigt sind in dem, was sie sind und was sie tun. (Und drittens verstehe ich jetzt, wie die Berufsgruppe der InfluencerInnen so erfolgreich werden konnte. Ich würde diesem Arzt ja alles abkaufen, Doppeldeutigkeit beabsichtigt.)

Und mal abgesehen von der Meinungsmache und dem Influencer-Aspekt, habe ich mir kürzlich folgende Frage gestellt:

Womit würde ich mich in meinem Leben eigentlich beschäftigen wenn nicht mit dem ganzen Zeug, das ich aus dem Internet mitnehme?? Nie und nimmer hätte ein einzelner Zeitungsartikel über das Selbermachen von Putzmitteln den gleichen Impact auf mich, wie die zahllosen Blogbeiträge und Instagrams, die es dazu gibt. Ich bin ja nun doch schon auf einige Züge aufgesprungen. Ich habe mich für Zero Waste begeistert, für diverse Food Trends (so wichtig, die Jause im Einmachglas mitzunehmen!!), für Minimalismus, für Konsumverweigerung, fürs Selbermachen (Hat bis jetzt leider nur zum Kauf einer Nähmaschiene gereicht, Nähprojekte Fehlanzeige …). Momentan bin ich wie im Wahn, Zeugs loszuwerden (Nähmaschiene anyone?), auszusortieren und online zu verkaufen. Auch so ein Trend gerade.

Also fast alle meine Ideen und Projekte schwirrten irgendwann mal in der diffusen Diskurs-Wolke namens Internet herum. Ich musste nur zugreifen und probieren, ob mir der Schuh passt und es dann machen oder lassen.

Aber was hätte ich mit meiner Zeit angefangen, wenn ich all diese Sachen nicht gelesen hätte?

P.S.

Ich habe natürlich auch schon Digital Detox probiert. Ich habe in einem Artikel von einem Buch passend zum Digital Detox Trend gelesen und es mir gekauft (q.e.d. liebe Leute), aber dat war auch nix. Denn auch in diesem Buch wurde mir wieder nur vorgekaut, was zu tun ist: In den Wald gehen. Ausmisten. Eine Board gestalten. Oder so. Dann hab ich das Handy wieder aufgedreht.

Fazit:

Ich bemerke daß ich es vermisse, mir meine eigenen Gedanken zu machen, statt immer nur die Meinungen anderer Leute zu lesen.

Ich vermisse gute Gespräche mit echten, intelligenten Menschen.

Deshalb hab ich jetzt einen Blog. Nein, warte … 😀